Station 7 – Ein Fluss bei der Arbeit

(c) Gangelmaier
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Flüsse zählen bei der Ausformung einer Landschaft zu den wirksamsten Werkzeugen. Der Kreislauf des Wassers zwischen Himmel und Erde ist ein wesentlicher Antrieb der Verwitterung – von Abtrag und Modellierung eines Geländes.

Vor Hunderten Millionen Jahren – also vor einem vom menschlichen Geist kaum vorstellbaren Zeitraum - bestand ein Gebirge in Europa dessen Gipfel die Höhen des Himalaya erreicht haben. Die Mittelgebirgslandschaft der Böhmischen Masse stellt heute einen weitgehend abgetragenen und eingeebneten Rest dieses Hochgebirges dar.

Die Felsburgen des westlichen Waldviertels im Quellbereich des Kamps sind Teile des südböhmischen Granitplutons - des größten Granitgebietes Mitteleuropas. Landschaftlich prägend sind die gerundeten Restlinge und sogenannten „Wackelsteine“. Das Mittlere und Untere Kamptal befindet sich dagegen in der Schieferzone – hier herrschen die verschiedenen Gneise vor. Das sind metamorphe Gesteine, die durch Umwandlung unter enormen Druck und Hitze in großen Tiefen entstanden.

Vor etwa 30 Millionen Jahren gab es schon einen großen Fluss, der aus der Gegend um Gmünd kommend den Bogen des Horner Beckens durchfloss und bei Langenlois ins Meer mündete. Das Kamptal entstand aber erst mit der Aufwölbung der Alpen zu einem Hochgebirge, wodurch auch die Böhmische Masse in die Höhe gedrückt und einer stärkeren Abtragung ausgesetzt wurde. Die Kraft aus dem erhöhten Gefälle des Flusses schuf die heute so eindrucksvollen Talmäander am Kamp.

Im Wechsel der Warm- und Eiszeiten in der erdgeschichtlich jüngsten Zeit folgte sodann das Spiel von Anlagerung und Abtrag der Fluss-Sedimente und vor allem die Entstehung und Ablagerung jenes Materials das im Unteren Kamptal wohl am bedeutendsten für die menschliche Besiedelung war – des Löss.

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