Hochwasser 2002

(c) Franz Lehr
(c) Franz Lehr

Im August 2002 traten in Österreich Katastrophenhochwässer mit extremen Ausmaßen auf.  Der materielle Schaden wurde österreichweit auf etwa 3,1 Milliarden Euro geschätzt. Eines der am schwersten betroffenen Gebiete war das Kamptal.

Der Höchstwert des Abflusses des Kamp bei Stiefern wurde auf 800 m³/s geschätzt. Das entspricht etwa dem Hundertfachen des Abflusses bei Mittelwasser. Die Hochwasserfracht betrug bei Zwettl geschätzte 70 Millionen m³ während drei Tagen. Das ist fast die Hälfte der durchschnittlichen Jahresabflussfracht von 180 Millionen m³. Als Jährlichkeit - also die Wahrscheinlichkeit des Auftretens des Hochwasser-Erreignisses -  wurden 2.000 bis 10.000 Jahre errechnet.

abfluss

"Aus ökologischer Sicht führte dieses Extremereignis zu einer außergewöhnlichen Entwicklung: Während an anderen Flüssen Österreichs mit großem finanziellen Aufwand zumeist klein bis mittelräumig Restrukturierungsmaßnahmen gesetzt werden, um die ökologische Funktionsfähigkeit zu verbessern und/oder den Retentionsraum im Sinne des passiven Hochwasserschutzes wieder zu erweitern, hat der Kamp ehemalige Retentionsräume überflutet und durch Verwerfungen Strukturen geschaffen, die für diesen Fluss im natürlichen Zustand typisch waren. Es entstanden im oberen und mittleren Kamptal Flusslandschaften, die in ihrer Naturnähe, Strukturvielfalt und Ausdehnung ein bedeutendes ökologisches sowie landschaftsästhetisches und damit auch freizeitbezogenes Entwicklungspotential darstellen." (Auszug aus dem Sektoralen Leitbild - Fischfauna / Nachhaltige Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft; 2006)

 

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