Station 1 – Fluss trifft Wald trifft Wein

(c) Gangelmaier
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Der Vergleich macht Sie sicher! Es gibt wohl nur wenige Gebiete in Niederösterreich, die sich mit der landschaftlichen Schönheit des Unteren Kamptales messen können. Und hier, wo der Fluss auf Wald und Wein trifft, ist auch die Reichhaltigkeit der Tier- und Pflanzenwelt enorm.

Naturnahe Wälder kommen vor allem auf den steilsten und flachgründigsten Hängen vor. Neben lindenreichen Schluchtwäldern sind dies oft felsdurchsetzte Eichen-Föhrenwälder, die, verzahnt mit Fels- und Trockenrasen lokale Vorposten wärmeliebender Lebensgemeinschaften darstellen. Viele Tier- und Pflanzenarten süd- und osteuropäischer Steppengebiete finden als pannonische Elemente im Unteren Kamptal und in den benachbarten Flusstälern am Südostabfall des Waldviertels ihre Verbreitungsgrenze.
 
Neben den geologischen und klimatischen Bedingungen ist die intensive Durchdringung von Natur- und Kulturlandschaft ein wichtiger Grund für die Vielgestaltigkeit der Landschaft. Schon vor 20 000 Jahren gingen altsteinzeitliche Nomaden auf die Jagd nach eiszeitlichen Rentieren und Mammuts und lagerten an strategisch und klimatisch günstigen Stellen des Unteren Kamptales. Der Weinbau fand mit der klösterlichen Weinwirtschaft des Mittelalters eine erste Hochblüte und war deutlich weiter verbreitet als aktuell. Die Weingärten auf den Südhängen um Stiefern und Altenhof stellen heute den Grenzbereich des bewirtschafteten Weinbaugebietes im Kamptal dar. Im Gegensatz zu manchen Rieden anderer Weinbaugebiete sind die Weingärten des Kamptales geprägt durch die reiche Ausstattung mit sogenannten Zwischenstrukturen. Trockenrasen auf Böschungen und Rainen, Lößwände und Trockenmauern, Gebüsche, Hecken und Obstbäume bieten Lebensraum und Wanderkorridore für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt.

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