Station 4 – Burgherr und Baumeister

(c) dfikar - Fotolia.com
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Nachdem der Biber im 19. Jahrhundert in Europa fast ausgerottet wurde, ist das größte heimische Nagetier wieder zurückgekehrt.  Mit seiner kulinarischen Vorliebe für Bäume und seinem Gestaltungsdrang macht er sich zwar nicht überall beliebt, aber eines ist gewiss, im Revier eines Bibers wird die Lebensraumvielfalt deutlich erhöht.

Mit der Vielzahl an- und umgenagter Bäume ist die Anwesenheit des Wassernagers nicht zu übersehen. Der Biber ist reiner Vegetarier und braucht die Baumrinde als Winternahrung.  Mit der „Forstarbeit“ schafft der Biber eine Menge an liegendem und stehendem Totholz. Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für eine große Zahl an Tierarten – von seltenen Bockkäfern bis zu baumbewohnenden Fledermäusen. Seinen Bau gräbt er vorzugsweise in die Uferböschung – die Eingänge sind dabei sicherheitshalber unter Wasser. Biber leben in Familien, in denen zwei Generationen von Kindern gleichzeitig heranwachsen, was in der heimischen Tierwelt nur selten zu beobachten ist. Die größeren Geschwister helfen bei der Erziehung des jüngeren Nachwuchses fleißig mit.

Die bevorzugten Nahrungsbäume des Bibers sind Weiden und Pappeln – typische Ufergehölze am Kamp. Diese Weichhölzer sind optimal an ihren Standort angepasst. Umgenagte oder von Wind und Hochwasser umgerissene Bäume treiben schnell wieder aus, ebenso Teile von Ästen und dickeren Zweigen – was sich der Mensch durch Einsatz von Stecklingen zu Nutze macht. Alte Bruchweiden und Schwarzpappeln mit ihren weit ausladenden Kronen und der knorrige Rinde prägen das Bild der Flusslandschaft. Weitere häufige Ufergehölze sind die Schwarzerle, die Gewöhnliche Esche und die Winterlinde, auch die eine oder andere Robinie – ein in Naturschutzkreisen nicht gerne gesehener Neophyt – mischt sich häufig in den Ufergehölzsaum.

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